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Peer Mediation

Das macht deine Schule friedlicher.

Streit ist lästig, kommt aber überall vor. An vielen Schulen gibt es deswegen so genannte Peer Mediatoren, die Mitschülern bei Konflikten helfen. Wir haben mit zwei dieser Streitschlichter und dem zuständigen Lehrer über ihr Projekt geredet.

 

Freitagnachmittag, bevor es ins Wochenende geht, treffen sich die Peer Mediatoren des BRGORG 15, um die aktuellen Konflikte an ihrer Schulen zu besprechen. Peer Mediatoren, das sind Oberstufenschüler, die bei ihren Kollegen in der Unterstufe streitschlichten. Auch wenn bei den Sitzungen über die aktuellen Probleme geredet wird, halten sie sich an die Verschwiegenheit gegenüber Lehrern. "Es werden schon manchmal Fälle besprochen, aber nicht die Details. Wenn jemand darauf hinweist, dass das nicht an Lehrer weiterkommen soll, dann passiert das auch nicht", betont Ibrahim Adouni. Er und Mariam Ashory gehen in die 7. Klasse und sind seit drei Jahren Mediatoren.

 

Peer kann man nämlich ab der 5. Klasse werden, falls deine Schule eine Mediations-Gruppe anbietet. Die zweitätige Einführung für Streitschlichter, bei der man die Grundtechniken lernt, und verschiedene Fort- und Weiterbildungen übernimmt der Stadtschulrat. "Die zweite Schiene ist die unverbindliche Übung, ein Freifach an der Schule, wo man gerade mit den neuen Peers die Grundtechniken und Kommunikationstechniken übt", sagt Jakob Sattelberger, Leiter der Peer Mediations-Gruppe. Vor mehr als 20 Jahren gründete seine Vorgängerin und Vorsitzende der ARGE Schulmediation Elisabeth Wolm die Peer-Mediations-Gruppe am BRGORG 15 als erste in Wien.

 

Aber was sind das für Konflikte, bei denen die Peers helfen? "Ein typischer Konflikt wäre, dass der eine mit jemandem befreundet ist, obwohl der andere das nicht möchte und dann reden die zwei nicht mehr miteinander und so wird aus kleinen Missverständnissen eine große Sache", erzählt Ibrahim. Es sei oft gar nicht so leicht, den Ursprung zu finden, meint auch Mariam: "Wenn man den eigentlichen Konflikt nicht löst, kommen immer mehr hinzu und manchmal werden die schulischen Leistungen deswegen auch schlechter". Große Missverständnisse würden sich auch in WhatsApp-Gruppen ergeben. "Das ist schon echt wichtig, dass die Schüler verstehen, wie man in solchen Klassenchats miteinander umgeht und was man genau schreibt. In dem Alter kann man sich den Folgen noch nicht so richtig bewusst sein", findet Ibrahim. Ein Konflikt verschwindet allerdings nicht von selbst. Wie kann man den Mitschülern dabei helfen, die richtige Lösung zu finden? Je größer der Streit, desto aufwändiger ist die Arbeit der Peer Mediatoren. Bei größeren Konflikt-Clustern hilft eine Klassenmediation, ansonsten nimmt man sich die streitenden SchülerInnen einzeln heraus. "Wir suchen uns die Stunden zur Mediation dann auch so aus, dass die Kinder nichts verpassen im Unterricht. Darum treffen wir uns auch oft im Rahmen des Unterrichtsfachs Soziales Lernen", erklärt Mariam. Man müsse als Peer allerdings auch lernen, dass nicht jeder Streit ein Eingreifen verlangt, denn manchmal würden die Unterstufler auch einen Konflikt heraufbeschwören, um sich mit den Mediatoren treffen zu können statt am Unterricht teilzunehmen: "Wir müssen einschätzen, ob das wirklich ein Problem ist und da fragen wir manchmal auch die Lehrer, ob sie was bemerkt haben."

 

Schulmediation macht also den Alltag im und um den Unterricht ein bisschen friedvoller. Aber was bringt es mir denn später, wenn ich in der Oberstufe Peer war? "Für die Persönlichkeitsentwicklung ist das schon sehr bedeutsam. Man lernt vor allem, wie ich mit Konflikten umgehe, aber eben auch, welche unterschiedlichen Konflikte es gibt und was dahinter steht, sich in die andere Person hinein- und selbst über die eigene Rolle hinauszudenken", sagt Jakob Sattelberger. Mariam sieht die Vorteile ihrer Erfahrung als Mediatorin vor allem im späteren Arbeitsalltag: "Natürlich gibt es auch unter Kollegen immer Probleme und wenn man so eine Ausbildung hatte, hat man nicht den Drang, solchen Konflikten auszuweichen, sondern sie eher zu lösen und die Sache klarzustellen". Ibrahim erzählt, dass er auch bei seinen Freunden gerne vermittelt, die ihn aber auch manchmal lieb damit aufziehen, dass er das Streitschlichten nicht lassen kann. Einmal ein Peer Mediator, immer ein Peer Mediator. Bildunterschrift: Mariam Ashory und Ibrahim Adouni sorgen als Peer Mediatoren am BRGORG 15 Henriettenplatz für Harmonie in der Unterstufe. Die Gruppe leitet Mathematik-, Psychologie- und Philosophie-Lehrer Jakob Sattelberger.

time4friends

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