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5 Jahre #unibrennt

5 Jahre nach den großen Protesten brennt die Uni noch immer...
©Daniel Weber
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Unis kämpfen weiter

Genau fünf Jahre ist es her, seit Studierende in ganz Österreich wegen der Zustände an den Unis auf die Barrikaden gestiegen sind. Hörsäle in Wien, Graz, Salzburg, Klagenfurt, Innsbruck und Linz wurden besetzt, Proteste auf den Straßen organisiert. Die Besetzungen wurden von den Rektoren manchmal gedulted, oft sogar unterstützt. Denn auch sie litten unter der mangelhaften Bilungspolitik und dem Kapazitätenmangel.

Zentrale Gründe:
Zu dieser Zeit wurden die Studiengebühren abgeschafft. Die Folge war eine Steigerung der Studienanfänger um rund 20 Prozent! Dennoch bekamen die Unis nicht mehr Geld oder Räume zur Verfügung gestellt. Gerade bei besonders gefragten Studienfächern herrschte das pure Chaos. Von Betreuung durch Professoren konnte auch keine Rede mehr sein. Obendrein herrschte eine große Unsicherheit im Bezug auf die Umstellung des Systems nach Bologna (mehr dazu in der Factbox rechts vom Text).

#unibrennt

Es blieb nicht bei den Studierenden selbst: auch nicht-Betroffene und Prominente schlossen sich dem Protest an und forderten von der Politik einen freien Zugang zu Universitäten für alle. Die beteiligten diskutierten online wie offline über die Zukunft der Bildung. Das gemeinsame Motto war "Uni brennt". 2010 wurde erneut protestiert - dieses mal gegen den in Wien stattfindenden Bologna-Gipfel zur Bologna-Reform.  Da sich die Protestierenden über Social-Media-Kanäle zusammenfanden, bekam der Slogan #unibrennt bald auch in Printmedien einen Hashtag.

Etwa zwei Monate nach dem Beginn der Proteste 2009, versorgten die Studierenden im Wiener Audimax - dem größten Saal der Uni Wien - auch Obdachlose. Am 21. Dezember, dem 61. Tag der Proteste, räumte die Polizei das Audimax im Auftrag des Rektorats. Es waren laut Polizei weitaus mehr Obdachlose als Studierende im Saal, die Forderungen der Studierenden liefen thematisch immer weiter vom eigentlich Ursprung der Proteste weg.

Die Uni brennt immer noch

Fünf Jahre nach den Studenten-Protesten sind viele Forderungen von damals aktuelle wie eh und je. Die Unis sind überfüllt und unterfinanziert, auf einen Professor kommen viel zu viele Studenten um diese sinnvoll zu begleiten. Der Kampf der Studierenden und Dozenten ist also noch lange nicht vorbei...

#unibrennt begann mit der Besetzung der Aula der Akademie der Bildenden Künste am 20. Oktober 2009. Inspiriert durch diese Besetzung von Studierenden und Dozenten, breitete sich die Protestwelle aus.

©unibrennt

Facts zu "Bologna Prozess"

Mit "Bologna Prozess" ist die europaweite Harmonisierung von Studiengängen und -abschlüssen gemeint. Damit sollten Studierende mehr internationale Mobilität bekommen, da im Ausland abgelegte Prüfungen im Heimatland nicht mehr bürokratisch anerkannt werden müssen. Eine Folge daraus war beispielsweise die Umstellung vom Diplomstudienplan auf das System Bachelor und Master wodurch sich die Studienzeit insgesamt verkürzt hat. Ziel war die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums.

Kritisiert wurde und wird der "Bologna Prozess" vor allem deswegen, weil die Studien mehr verschult wurden und Studierende sich ihre Zeit weniger flexibler einteilen können. Auch im Ausland abgelegte Tests sind in Österreich nach wie vor nicht automatisch anerkannt. Die Folge waren Proteste in Österreich und anderen europäischen Ländern.