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Verhütung – wozu?

Dr. Michael Kühnel zum Thema Safer Sex.

Als ich letztens von meiner Hochzeitsreise heimgeflogen bin, habe ich in einer Tageszeitung einen Artikel gelesen, wie laut diversen Umfragen in Österreich verhütet wird – oder eben leider, wie nicht. Die Frage stellt sich: Verhütung WOZU?


Antworten gibt es einige:

  • Weil man nicht schwanger werden möchte bzw. niemanden schwängern möchte.
  • Weil man viele mehr oder weniger lästige, aber auch gefährliche Krankheiten bekommen kann.
  • Weil auch der schönste Spaß blöd enden kann.


Mythen gibt es aber leider auch:

„Beim ersten Mal kann man nicht schwanger werden …“
Leider absolut falsch. Es gibt kein „Freispiel“ und Sex beinhaltet jedes Mal die Möglichkeit, schwanger zu werden.

„Ich habe eine Latex(-Kondom)-Allergie …“
Die gibt es zwar, ist aber so selten, dass diese Aussage eher als Ausrede von Jungs genommen wird; UND: Es gibt latexfreie Kondome.

„Ich spüre mit Kondom nichts, es macht keinen Spaß …“
Das mag für manche Jungs gelten, aber die Alternative ist russisches Roulette. 

„Man sieht jemandem an, ob er/sie Aids hat …“ Leider nein. Leute, die das HI-Virus haben, müssen weder drogenabhängig noch homosexuell sein. Dies ist ein alter Aberglaube. Die sexuelle Ausrichtung welcher Art auch immer spielt keine Rolle. Es zählt nur, ungeschützten Sex zu haben.

„Ich passe auf und höre auf, bevor ich komme …“
Man nennt das auch „Koitus interruptus“. Ich darf eine meiner Kursteilnehmerinnen zitieren: „Ich war so ein Kind.“ Also: Nein, es funktioniert nicht.

 
Wie sollte Mann/Frau also verhüten?

Das steht jedem/jeder frei. Es gilt zu unterscheiden, ob es eine lange Beziehung ist – ok, was ist lang? – oder ob man einen One-Night-Stand hat; bei Letzterem würde ich zumindest Kondom und eine zweite Methode (Pille, Nuva Ring, …) empfehlen. In einer stabilen, langjährigen Beziehung lässt man dann – aus eigener Erfahrung – mit der Zeit oft die Kondome weg. Man kann sich aber auch hier nie sicher sein, ob nicht einer von beiden Partnern doch einmal fremdgeht und mit einem „Geschenk“ heimkommt. Auch in Beziehungen zwischen Männern spielen Kondome eine wichtige Rolle. Hierbei geht es nicht um eine eventuelle Schwangerschaft, aber Krankheiten machen keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Und HIV wird über Körperflüssigkeiten übertragen.

Ich rate – das soll aber nicht der Hauptgrund sein –, einfach ab 18 Jahren regelmäßig Blut spenden zu gehen. Wenn man die Fragen ehrlich beantworten kann und spenden darf, tut man etwas Gutes. Weiters wird das Blut auch auf HIV und die wichtigsten anderen Krankheiten getestet. Die Spende ist aber kein Aids-Test. Dafür gibt es andere Stellen wie etwa die Aids-Hilfe.

Nach dem ungeschützten Sex

Ist der Sex ohne Verhütung passiert und man befürchtet eine Schwangerschaft, kann die Pille danach eingenommen werden.

Diese Pille danach beinhaltet eine hohe Menge von Hormonen, die für den Körper anstrengend ist und verhindern soll, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Wenn man die braucht, hat man aber schon vorher etwas falsch gemacht oder es ist etwas Außerplanmäßiges passiert.

Abtreibung

Ist eine Frau schwanger und möchte das Baby nicht austragen, hat sie in Österreich bis zur 12. Schwangerschaftswoche die Möglichkeit, abzutreiben.

Eine Abtreibung – bei dieser wird ein bereits heranreifender Embryo aus der Gebärmutter entfernt – ist für den weiblichen Körper äußerst anstrengend und nicht ungefährlich.

Abschließend bleibt zu sagen: Mädels, lasst euch zu nichts überreden und passt auf euch auf. Jungs, zum Sex wie auch zur Verhütung gehören immer ZWEI. Am besten, ihr informiert euch zu zweit beim Frauenarzt über Möglichkeiten zum Verhüten: Kondom, Femidom, Nuva Ring, Pille, ...

DER AUTOR

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Dr. Michael Kühnel ist Arzt und seit 1999 im Österreichischen Roten Kreuz im In- und Ausland aktiv.

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